Trauerverarbeitung - Trauer zulassen

Monello Tierurnen
2023-10-24 16:37:00 / Trauerblog / Kommentare 0
Trauerverarbeitung - Trauer zulassen - Trauerverarbeitung - Trauer zulassen

Trauerverarbeitung - Deine Trauer zulassen und erlauben

Wenn man sein geliebtes Tier verliert, kommt das oft völlig überraschend und man erlebt plötzlich einen Schmerz und eine Leere, die man vorher so niemals erlebt hat und dieses Gefühl ist völlig fremd. Seelische und körperliche Schmerzen treten oft auf. Es kann sogar passieren, dass der eigene Körper völlig versagt und krank wird. Viele Trauernde können zunächst sogar nicht mehr Arbeiten gehen. Zu all diesen Folgen kommt oft auch noch Unverständnis im eigenen Umfeld hinzu, schließlich war es „nur“ ein Tier.

Doch es war mehr für dich als Tierbesitzer! Es war die Welt! Oft Jahrelang! Das Haustier war ein treuer Begleiter über viele Jahre, bester Freund, Seelengefährte und enger Vertrauter. Viele Tierhalter empfinden den Verlust des eigenen Tieres fast oder gar genauso belastend wie der Tod eines Menschen in der Familie.

Da all diese Gefühle und Empfindungen schwerwiegend sind und um all diese Eindrücke und Folgen des Todes verhältnismäßig gut verarbeiten zu können, ist es wichtig, ja gar unerlässlich, dass du deine Trauer zulässt und dir eine Trauerzeit zugestehst. Deine Gefühle, die hier aufkommen, dürfen nicht unterdrückt oder abgeschwächt werden. Auch wenn die Außenwelt in dem Moment die Trauer vielleicht nicht ganz so nachvollziehen kann.

Mit anderen austauschen

Je mehr du dich mit deiner Trauer und dem Verlust auseinandersetzt, je schneller wirst du dich von dem Verlust erholen. Setzte dich auch nicht nur alleine damit auseinander. Du wirst sehen, je mehr du mit anderen Personen, vor allem mit solchen, die diesen Schmerz und die Trauer nachempfinden können, darüber sprichst, je besser wirst auch du mit deinen Gefühlen umgehen können. Je mehr du darüber sprichst, je realer wird der Tod für dich. Wenn du in deinem Umfeld niemanden hast, mit dem zu verständnisvoll darüber sprechen kannst, kannst du dich auch z.B. an virtuelle Tierfriedhöfe oder Tiertrauerportale online wenden. 

Dort wirst du auf Menschen treffen, die genauso denken wie du. Die in dem Moment genau denselben großen Schmerz und dieselbe große Leere empfinden. 

Informiere dich über die Trauerphasen

Zudem wird es hilfreich sein, dich über die Trauer und ihre Prozesse bzw. Phasen zu informieren. Wir haben dir hier einmal alle Trauerphasen und ihre Ausmaße zusammengestellt

Die Phasen der Trauer - Zum Artikel

Wenn du weißt, welche Gefühle dir in welcher Phase der Trauer hochkommen werden, kannst du diese auch einordnen und weißt genau, dass du einen ganz normalen Trauerprozess durchlebst, ganz egal, was andere zu dir sagen. Zudem kannst du dann auch abschätzen, in welchem Zeitraum es vielleicht dann doch wieder erträglicher für dich wird.

Weinen ist ein Zeichen von Stärke

Weinen gehört zur Trauer dazu wie der Mond zu den Sternen. Weinen ist keineswegs ein Zeichen von Schwäche. Ganz im Gegenteil! Weine, wenn dir danach zumute ist! Es wird dir Erleichterung verschaffen und Tränen sind heilsam. Hast du gewusst, dass in Tränen, die wegen eines (traurigen) Gemütes vergossen werden, andere Stoffe enthalten sind, als in Tränen, die ständig zur Feuchterhaltung des Auges gebildet werden? Zudem werden durch diese Tränen Stoffe aus dem Körper transportiert, die durch Stress (ein Verlust durch Tod ist enormer Stress für den Körper) gebildet werden. Wahrscheinlich ist auch das der Grund, warum du dich nach dem Weinen besser fühlen wirst.

Entspannung für Körper und Seele

Die Trauer wird dich an die Grenzen deiner Kraft bringen. So solltest du vermehrt für Entspannungsphasen sorgen. Höre in dich rein und höre auf deinen Körper. Was ist das erst an was du denkst, wenn du an Entspannung und Kraftanken in diesem Moment denkst? 

Sei geduldig mit dir selbst

Sei geduldig. Deine Trauert dauert so lange wie sie dauert. Hierfür gibt es keine Zeitangabe und auch kein Fahrplan. Jeder Mensch ist anders. Jeder Mensch trauert anders. Jeder Mensch hatte eine andere Beziehung zu seinem Tier. 

Du wist Rückfälle erleiden. An einem Tag denkst du vielleicht nicht mehr so viel über deinen Verlust nach. Am nächsten kannst du nicht mehr aufhören zu weinen. All das ist völlig normal, soll so sein und hilft dir weiter. Die Abstände dieser Rückfälle werden aber größer und größer werden.

Überlege, was dir hilft, dich zu beruhigen und was dir hilft, mehr und mehr mit deiner Trauer abzuschließen oder damit gut leben zu können. 

Trauer- Tagebuch anlegen

Vielleicht wäre ein Trauer- Tagebuch etwas für dich? Wenn du täglich deine Gedanken und Gefühle auf ein Blatt Papier bringst, schreibst du dir quasi deinen Kummer von der Seele und bist selbst dein Therapeut. Schreibe dort all deine Empfindungen und Gefühle auf. Lass nichts weg. Auch Gedichte oder Geschichten über deinen verstorbenen Liebling gehörten hier dazu. Male Bilder, die dir einfallen oder klebe Fotos ein. Sehe das Tagebuch als Hilfe an, die Trennung zu erleichtern. Es soll hier nicht zu dem Versuch dienen, die Beziehung zum Tier über lange Zeit weiter aufrechtzuerhalten. 

Versuche immer mal wieder zwischen den Trauergedanken an schöne Dinge zu denken. Dinge, die dir gefallen und dich unter normalen Umständen aufheitern. Urlaub, Hobbys, witzige Begegnungen… Wenn du in deinen traurigen Gedanken gefangen bist, wirst du kein Licht in deinen Geist einlassen können. Probiere es ruhig aus, auch in Zeiten tiefster Trauer, du brauchst kein schlechtes Gewissen haben.

Erinnerungskiste füllen 

Falls du Gegenstände deines Lieblings hast, die du aufbewahren möchtest zur Erinnerung, dann lege dir eine Kiste an und lege dort alles hinein: Halsband, Lieblingsspielzeug, Hundemarke… Denkbar ist auch, dass du diese Kisten dann vergraben kannst, wenn du dich bereit dazu fühlst.

Abschiedsbrief schreiben

Ein äußerst hilfreicher Schritt in deiner Trauerbewältigung kann ein Brief sein, den du an deinen verstorbenen Liebling schreibst. Er kann dir helfen, zu realisieren, dass dein Tier tot ist. Ein Brief kann dir ebenso helfen, Schuldgefühle loszulassen, die du vielleicht hast in Verbindung mit dem Tod deines Haustieres.

Vorschläge für den Inhalt deines Briefes:

  • -    Vorwürfe, die du dir machst
  • -    Was dein Tier dir bedeutet hat.
  • -    Wofür du ihm dankbar bist.
  • -    Was dir leid tut.
  • -    Was du gerne noch mit deinem Tier gemacht hättest.
  • -    Was du deinem Tier noch sagen wollest, aber nie dazu gekommen bist.

Diesen Brief wirst nur du sehen und er ist nur für dein Haustier bestimmt. So kannst du wirklich alles aufschreiben was dich bewegt und keine Angst haben, dass jemand aus deinem Umfeld dies nicht versteht oder albern findet. Du kannst den Brief zum Beispiel in deine Erinnerungsbox legen oder mit beerdigen oder verbrennen lassen.

Egal, wie lange deine Trauer dauert, am Ende des Tunnels wird es wieder Licht geben! Irgendwann kannst du liebevoll an dein Haustier zurück denken und bist einfach nur dankbar für die gemeinsame Zeit.


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